Die Veranstaltungshalle in Kobenz, wunderbar betreut durch Direktor und Mitarbeiter*innen der Land- und Forstwirtschaftlichen Fachschule Kobenz, bildete den Rahmen für diese Rückschau und für das gemeinsame Feiern der Jubiläen.

 „Was einst zart keimte, hat sich zu einem stabilen Bestand entwickelt.“ So lautete die Beschreibung auf der Einladung zur Veranstaltung und bringt es auf den Punkt, was sich durch die Initiatorinnen Hermine Hackl und Dagmar Karisch-Gierer durch ihre Idee und dem Einbringen vieler engagierter Frauen in den letzten 20 Jahren entwickelt hat. Bereits seit 10 Jahren läuft das Projekt Wald in Frauenhänden mit den Waldspaziergängen für Frauen, vor 20 Jahren wurden die ersten Schritte in Richtung Forstfrauen gesetzt und die Jubiläumsveranstaltung war bereits die 100. Veranstaltung von Wald in Frauenhänden.

Geschlechtergerechtigkeit

Bei der Jubiläumsveranstaltung referierten Victoria Rammer und Eveline Breitwieser-Wunderl zum Thema: „Über den Tellerrand geblickt: Wie gelingt es anderen Branchen, Frauen für sich zu begeistern?“ Frau Breitwieser-Wunderl arbeitet im HR-Bereich der Porsche Holding Salzburg, Frau Rammer in der FH Oberösterreich. Spannend war bei der Podiumsdiskussion zu hören, dass Frauen in der Männerwelt Verbündete suchen müssen, um in Organisationen Verantwortung übernehmen zu können. Weibliche Vorbilder gibt es wenige oder gar keine, die Selbstermächtigung, sich die Rolle zutrauen zu können, ist vielfach auch untergeordnet ausgebildet. Männer fackeln nicht lange und greifen zu, Frauen überlegen und benötigen mentale Unterstützung von außen, die sie dazu ermutigt, sich entsprechende Schritte zuzutrauen.

Im Zuge der Veranstaltung fiel auch die Aussage „Eins ist die einsamste Zahl!“ Gerade diese Aussage sollte vielen Männern in Leitungsorganen land- und forstwirtschaftlicher Vereinigungen sehr zum Denken geben. Denn vielfach unterliegt man(n) hier dem fatalen Irrtum "Wenn wir erstmal eine Frau in unsere Führungsriege gewählt haben, dann ist alles gut und wir haben der Geschlechtergerechtigkeit Genüge getan.".

In den Wald gehen

Ein Waldspaziergang für Frauen durfte auch bei der Jubiläumsveranstaltung nicht fehlen. Heidi und Reinhard Brantner, eine Waldbauernfamilie aus Knittelfeld, luden die Jubiläumsgäste zu einer Betriebsbesichtigung und Waldbegehung. Besondere Innovationen präsentierte der Betriebsführer mit einem Transportschlitten für Forstpflanzen und einer einfachen Möglichkeit, wie Forststraßen freigeschnitten werden können. Heidi Brantner, eine Quereinsteigerin in die Land- und Forstwirtschaft, überzeugte mit ihrer Leidenschaft für die Bewirtschaftung der Wälder und erzählte, wie sehr sie die praktische Arbeit im Wald liebt. Einen schönen Ausklang fand die Jubiläumsveranstaltung beim gemütlichen Zusammensitzen am Hof.

Text: Maximilian Handlos

 

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