Waren Frauen in der Forstwirtschaft buchstäblich lange kein Thema, so hat sich das im Jahr 2010 plötzlich geändert. Damals initiierten Waldverband Steiermark und Land&Forst Betriebe Steiermark mit der Forstlichen Ausbildungsstätte Pichl das Projekt "Wald in Frauenhänden", das Waldbesitzerinnen den Eintritt in die Forstwelt erleichtern sollte. Damit war ein Bann gebrochen - seither sind einige Projekte entstanden, die zum Ziel haben, Frauen von der Randerscheinung zu aktiven Mitgestalterinnen der Forstwirtschaft zu machen. 

Wie sind die Forstfrauen in Projekten tätig?

Die Forstfrauen sind in verschiedenen Projekten für Frauen in der Forstwirtschaft national wie international als Stakeholder involviert. Sie leisten ihren Input als Role models, Beteiligte in partizipativen Prozessen wie Round Tables, bei Umfragen oder Interviews. Das alles erfolgt auf ehrenamtlicher Basis, aus diesen Projekten werden keine Geldmittel für die Forstfrauen lukriert.

Die Projekte

Wald in Frauenhänden

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In Österreich war der Waldverband Steiermark gemeinsam mit der Forstlichen Ausbildungsstätte Pichl mit der Initiative Wald in Frauenhänden federführend - und die Forstfrauen direkt und indirekt mit dabei. Nachdem so einige Jahre Erfahrung mit Waldspaziergängen für Waldbesitzerinnen gesammelt werden konnten, wurde das Projekt auf die nächste - internationale - Ebene gehoben. Außerdem ist es 2025 gelungen, die in den Projekten Wald in Frauenhänden und Fem4Forest erarbeiteten und erprobten Maßnahmen für Frauen - Waldspaziergänge und Weiterbildungsmaßnahmen - über ein Bundesprojekt nun auch in ganz Österreich anbieten zu können.
Projektdauer: seit 2011

Fem4Forest

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Im Interreg Danube Transnational Projekt Fem4Forest ab es erstmals die Möglichkeit, die Situation, aber auch die Wünsche und Bedürfnisse von Waldbesitzerinnen und Arbeitnehmerinnen in der Forstwirtschaft grundlegend zu erheben und auf dieser Basis zielgruppenorientierte Maßnahmen für die Frauen selbst, aber auch für Unternehmen und Organisationen auszuarbeiten und zu erproben. Gleichzeitig wurde mit einer gezielten Bewusstseinsbildungskampagne das Thema, seine Bedeutung und seine Notwendigkeiten in den Fokus gerückt. Österreich war durch die FAST Pichl, den Waldverband Steiermark und den Verein nowa vertreten.
Projektdauer: 2020-2022

Fem2forests

Fem2forests Logo

Im Interreg Danube Region Folgeprojekt Fem2forests hat sich das nahezu gleiche Projektkonsortium aus neun Ländern des Donauraums wieder zusammengefunden, um den Fokus diesmal auf Mädchen und junge Frauen am Beginn ihrer Ausbildung bzw. ihres Berufswegs zu legen, ihnen einen Einstieg in die Forstwirtschaft zu erleichtern und Karrierestrategien aufzuzeigen. Wieder dabei sind Slowenien, Kroatien, Österreich, Deutschland, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Rumänien, Tschechien und Ukraine. Österreich ist wieder durch die Forstliche Ausbildungsstätte Pichl und den Verein nowa vertreten, Lead-Partner ist das slowenische Forstinstitut. 
Projektdauer: 2024 - 2026

 

Frauenmentoring in der Forstwirtschaft

Das Projekt Frauenmentoring in der Forstwirtschaft gibt (jungen) Frauen (Studentinnen, Absolventinnen, Waldbesitzerinnen etc.) durch den Kontakt mit  Expert:innen Einblicke in den Berufsalltag in der Forst- und Holzwirtschaft. Zugleich wird die Branche für die Themen Gender, Frauenförderung und Chancengleichheit sensibilisiert
Im Laufe des Projektes werden insgesamt drei Mentoring-Durchgänge abgehalten. Die Mentees lernen von ihren Mentor:innen, nehmen an Weiterbildungsangeboten und an einem Karriereworkshop teil. Parallel dazu ist die Weiterbildung der Mentor:innen - "Art of Mentoring" - ein wichtiger Bestandteil des Programms. Projektpartner sind die Forstliche Ausbildungsstätte Pichl, der Verein nowa und das Bundesforschungszentrum für WaldDie Forstfrauen sind im Projekt als Mentees und Mentor:innen beteiligt.
Projektdauer: 2023 - 2027