Im Herbst rauschen nicht nur die Blätter im, sondern auch die Frauen durch den Wald! „Wann ist es denn wieder soweit?“ fragen etliche waldinteressierte Damen schon im Spätsommer in der Forstlichen Ausbildungsstätte Pichl an.

 

Mittlerweile sind sie zur Tradition geworden: die Waldspaziergänge, zu denen die Waldverband Steiermark GmbH im Oktober steiermarkweit unter dem Titel „Wald in Frauenhänden“ einlädt. Seit zwei Jahren ist mit den Jägerinnen ein Partner an Bord, mit dem der Kreis der Frauen mit Interesse und Freude am Wald deutlich erweitert werden konnte. Auch der Verein Forstfrauen ist seit vielen Jahren dabei, und die Bäuerinnen unterstützen das Projekt maßgeblich. So ist „Wald in Frauenhänden“ auch ein schönes Beispiel dafür, was gelingt, wenn viele Hände konstruktiv ineinander greifen.

Im Oktober waren bei sieben Waldspaziergängen zum Thema „Klimawandel, Waldwirtschaft & Wild“ insgesamt 135 Damen dabei. Auf einer rund 2,5stündigen Wanderung durch den Wald wurden in unterschiedlichsten Beständen über Fragen wie diese gesprochen:

  • Welche Änderungen bringt der Klimawandel für Waldwirtschaft, Wildtiere und Jagd?
  • Welche Anforderungen stellt die naturnahe Waldwirtschaft an WaldbewirtschafterInnen und JägerInnen, was können WaldbewirtschafterInnen für Wildtiere tun?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, um den Wildeinfluss objektiv zu beurteilen?

Das Gemeinsame an allen Waldspaziergängen war – neben dem Interesse der Teilnehmerinnen – die positive und wertschätzende Stimmung. Ein großer Dank gilt natürlich auch allen Grundbesitzern, die die Waldspaziergänge so bereitwillig unterstützt haben.

Seggau klein

Warum aber gibt es „Wald in Frauenhänden“ überhaupt? Auf forstlichen Veranstaltungen, in forstlichen Gremien findet man Frauen nur vereinzelt. Aber: Rund 30% der österreichischen Wald(mit)besitzerInnen sind Frauen (Steiermark: 32%), ihnen gehören rund 25% der österreichischen (und der steirischen) Waldfläche. Der Frauenanteil in der Jägerschaft steigt (ca. 10% der österreichischen JagdkarteninhaberInnen, 20-30% Frauenanteil ist der Jagdausbildung). All diese Frauen sind somit eine wichtige Zielgruppe, wenn es darum geht, Informationen über den Wald möglichst breit auf die Fläche zu bringen. Mensch und Wald profitieren davon. Auch für die Branche bringt es Nutzen: Werden Frauen verstärkt miteinbezogen, bringen sie auch maßgeblichen Input: neue Ideen, Sichtweisen, Kompetenzen und Ressourcen. Nicht zuletzt sind Frauen in Männerdomänen medial interessant, wodurch nicht nur die Damen selbst, sondern auch den Wald und die Forstwirtschaft positiv ins Licht rücken.

Was ist seit 2011 gelungen?

  • 92 Waldspaziergänge, Exkursionen und Kurse mit 1.483 Teilnehmerinnen
  • 19, 15, 14, 13, 11: So viele Waldspaziergänge haben die fünf eifrigsten Teilnehmerinnen absolviert!
  • „Noch einmal vielen Dank für diese tolle Veranstaltung heute. Ich bin ganz begeistert nach Hause gekommen und habe voller Elan meiner Familie von diesen vielen Eindrücken berichtet.“ Solche Rückmeldungen die Wirkung der Waldspaziergänge – nicht nur bei den Teilnehmerinnen, sondern auch in ihrem Umfeld. Auch kritische Rückmeldungen werden ernst genommen, um das Angebot weiter zu verbessern.
  • „Wald in Frauenhänden“ zieht weite Kreise: Im Mai 2020 findet in Traunkirchen/OÖ die erste Internationale Forstfrauenkonferenz statt – und zwar unter dem Titel „Wald in Frauenhänden“! Näheres dazu unter www.forstfrauen.at

Was fehlt noch?

Immer wieder fragen Damen aus anderen Bundesländern, ob es auch in ihrer Heimat  Waldspaziergänge gibt. Nicht wenige nehmen die oft weite Anreise in die Steiermark auf sich. Vielleicht trägt die Weihnachtszeit dazu bei, den Funken von „Wald in Frauenhänden“ in andere Bundesländer überspringen zu lassen – der fruchtbare Boden ist jedenfalls vorhanden.

Kontakt:

Dipl.-Ing. Dagmar Karisch-Gierer
Forstliche Ausbildungsstätte Pichl
Rittisstraße 1, 8662 St. Barbara i.M.
Tel.: 03858/2201-7292 oder 0664/60 25 96 7292
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